Schritt 1: All die Worte die gesprochen sind, Gedanken gedacht, Texte geschrieben.
All die Zeitalter, die gewesen sind voller Wesen, die sich im Jetzt fühlten, die an die Zukunft und die Vergangenheit dachten. Und an das Jetzt, wie es denn so ist..
Gibt es ein wie weit wir schon sind? Also die Entwicklung? Der Fortschritt? Wie fortgeschritten wir sind, also die Zivilisation, als Menschheit. Gibt es die Menschheit als Wesen, alle Menschen ergeben die Menschheit? Und wie oft waren wir schon weiter in der Geschichte der Menschheit? Sind Teile der Menschheit weiter wie andere? Weiter in welchem Sinne? In einem Rennen? Im Rennen um den 1. Platz? Wer schneller ist, der ist besser? Ich möchte auch mitmachen, hallo.. hört mich jemand.. Ich renne mit und finde alles ganz ok, alle anderen rennen ja auch, sogar die die gegen den Strom rennen, rennen oder schwimmten sie?
Schritt 2: Und wenn ich dann höre, dass ein Internet entdeckt, erfunden, erschaffen, es Bestandteil wird der Menschheit, von mir, allumfassend, global, alle Menschen sind davon betroffen, alle Teil davon, ob gewollt oder nicht, dann frag ich mich, ob ich das will. Wer nicht will? Da sprechen wir nicht darüber. Next!
Schritt 3: Ich bin so viel schneller mit all den Maschinen, die mir helfen, schneller zu sein. Aber ich komme nicht vom Fleck. Denn morgen ist schon wieder langsam, was heute schnell war. Ich ertrinke, erst im Datenfluss, dann im Datenmeer. Die Datenwellen schwemmen mich an den Datenstrand aus Treibsand, auch er verschluckt mich.
Wie war das mit den alternierenden Universen? Gibts da eins mit weniger?
Schritt 4: Der Algorithmus, jaja der gute alte, schieben wirs auf ihn. Er kann ja nichts dafür, es gibt ihn ja nicht wirklich, und doch sprechen alle von ihm. Unser Kumpel, der uns zeigt, was wir für richtig halten. Er versteckt sich in den Chatbots, die uns nicht widersprechen, weil sie halt so nett sind. Könnten einige andere mal eine Scheibe davon abschneiden. Einfach mal nicht widersprechen, nicht immer nachdenken, ob das jetzt gut oder schlecht ist, ach komm. Lass dich treiben. Ich hab da ein Boot auf dem musst du nie wieder nachdenken, es treibt vor sich hin und der Führer füttert dich, für immer in Sicherheit in altbekanntem.
Schritt 5: Was geschah da gestern schon wieder? Wie bitte? Nein wie kann denn das sein? Wie kann man das denn zulassen? Machen die denn nichts? Nein und heute ist doch das geschehen, oder? Nicht zu fassen. Unternimmt denn da niemand was dagegen?
Jetzt hört doch endlich damit auf, all dieser Unnütz.
Ah was, wie das Wetter wohl morgen sein wird.. gleich wie heute? Und wer gewann schon wieder das Skirennen? Ah die Skirennen gibts nicht mehr? Wann haben sie denn die abgeschafft? Zu warm aha.. Naja, wurde ja auch Zeit, mir frohrs doch immer an den Zähnen im Winter und der Schnee war immer so schwer im Gemüt.
Schritt 6: Ach und jetzt flüchten die? Aber nicht zu uns? Die die die die ja die die die können halt nicht so wie wir, ja? Keinen Platz hier in meinem vier ein halb Zimmer Appartement in der Stadt, die Trams sind morgens jetzt schon voll und die Strassen erst, ist ja unerträglich wenn dann die die die die auch noch die Strassen verstopfen mit den Millionen die wir ihnen in den Hintern schieben, kaufen sie sich fast so grosse SUVs wie wir und stehlen mir den Parkplatz und die Rinds-Entrecotes aus Botswana. Die Rinder nehm ich, aber nicht die Menschen. Ich bin schneller wie du also verpiss dich gefälligst. Wir sind besser wie ihr, wir haben es uns verdient, so lange dafür gearbeitet, geschuftet, ja, mein Leben lang, unser Leben lang, und für was? Ja für was denn?
Schritt 7: Die Bagger raupen über den Kiesel, zerquetschen Schmetterlinge und befüllen Laster. Die Laster häufen sich zu Böden und Türmen und Häusern. Fundamente des emporsteigenden wiederkehrenden Aufschichten von Zusammengesetztem. Kein Bagger zu gross, kein Verpuppen zu selten. Strassenlärm hilft mir beim einschlafen, die Hupen wie die Grillen. Wachsen solls, aber nicht die Natur, sondern die Zivilisation. Strassenlärm ist zivilisiert!
Schritt 8: Ungläubig frag ich einen der Götter welcher denn jetzt für das alles verantwortlich ist. Und er antwortet: Du. Wusst ichs doch.. und doch, ganz glauben kann ichs nicht. Aber ist das nicht der Sinn daran? Ihm zu glauben? Ach so es war AN ihn glauben. Na dann glaub ich mal schön weiter, dass ich nicht schuldig bin, denn ich beichte ihnen meine Sünden und bin fein raus.
Schritt 9: Ausbrüche aus den Bubbles: wie Vulkane schiessen Weltanschauung und Ideologie aus allen Bewusstseinen und verschmelzen zu einem Lava-Strom der in der Unendlichkeit des in sich verkneten, verdichten und ausdampfen dahin fletscht, bis der zischende Groll des Endes die Geister erstarren lässt.
Es gab und gibt Zeiten, da wird kein Wort gesprochen.
Ach wie schön es wäre, wenn wir uns zuhöhrten und uns einfühlten. Wenn ich meinem Nachbarn was gutes tue, mit ihm meinen Reichtum teile, dann wird er sich dafür bedanken und vielleicht entsteht gar eine Freundschaft. Aber schaffe ich einen Zaun, eine Grenze, einen Schutz um mein Reichtum vor ihm zu verstecken, dann entsteht Neid und Hass und Angst.
Schritt 10: Das Fazit also, wir sind nicht sehr weit. Nicht so fortgeschritten wie wir denken, nicht so zivilisiert wie wir meinen. Wir rennen obwohl wir gehen könnten. Nicht gegeneinander rennen sondern miteinander gehen. Wie ein Pärchen, Hand in Hand in Händen.
Der technische Fortschritt wird nie besser, vielleicht schneller, kleiner, grösser, aber nie besser. Das besser müssen schon wir machen, nicht die Maschinen. Und das Wachstum muss langsam werden, damit wir nicht über unsere Köpfe wachsen.
Also, dann erfinden wir doch mal was sinnvolles, nämlich eine Idee, die schon einige hatten. Steigen wir aus dem Boot, gehen an Land und atmen durch, schauen um uns und geben uns die Hände. Frieden? Frieden!

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